Hintergrund

Technologien im Bereich digitale Gesundheit sind unerlässlich für den Aufbau effizienter, gut funktionierender Gesundheitssysteme, die Befähigung von Patienten zu selbstbestimmtem Handeln als Teil einer Umstellung auf eine patientenorientierte Versorgung und die Gewährleistung, dass Gesundheitsinformationen dann und dort zur Verfügung stehen, wo sie am nötigsten gebraucht werden.

Zudem spielt digitale Gesundheit eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der zahlreichen Risikofaktoren und Determinanten von Gesundheit, beim Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten und bei der Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung. All dies sind Prioritäten des gesundheitspolitischen Rahmenkonzepts der Europäischen Region „Gesundheit 2020“. Darüber hinaus können digitale Lösungen durch eine Intensivierung der Bemühungen um eine allgemeine Gesundheitsversorgung und die Umgestaltung der Gesundheitsversorgung die Lücken bei der Verwirklichung der gesundheitsbezogenen Ziele für nachhaltige Entwicklung schließen.

Auf der Weltgesundheitsversammlung 2018 nahmen die Mitgliedstaaten der WHO die Resolution WHA71.7 an, in der die Rolle der digitalen Gesundheit innerhalb der Ziele für die Stärkung der Gesundheitssysteme und als „Mittel zur Förderung eines chancengleichen, erschwinglichen und allgemeinen Zugangs zu Gesundheit für alle“ konkretisiert wird.

Dennoch stehen Gesundheitspolitiker bei ihren Bemühungen um Innovationen in den Gesundheitssystemen weiterhin vor einer Vielzahl von Herausforderungen. So müssen sie etwa entscheiden:

  • wie sich Investitionen in den Aufbau nationaler digitaler Gesundheitsangebote gestalten und finanzieren lassen;
  • wie sich Datenbestände verschiedener Systeme im gesamten Gesundheitsbereich nahtlos und sicher integrieren lassen (während gleichzeitig die individuelle Zustimmung zu ihrer Verwendung für Forschungszwecke und die Zwecke der Gesundheitsversorgung ermöglicht wird); und
  • wie sich sicherstellen lässt, dass Gesundheitsfachkräfte angemessen gerüstet sind, um digitale Technologien zu nutzen.

Initiative für die Digitalisierung der Gesundheitssysteme

Um die Länder mit einem beschleunigten Ansatz für die Verwirklichung von digitaler Gesundheit im Rahmen von Maßnahmen zur Förderung der öffentlichen Gesundheit und zur Stärkung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region der WHO auszustatten, führte die Regionaldirektorin für Europa eine neue Initiative für die Digitalisierung der Gesundheitssysteme ein.

Diese Initiative konzentriert sich auf fünf übergeordnete Schwerpunktbereiche für eine erleichterte Anwendung von digitaler Gesundheit in den Mitgliedstaaten:

  1. die Reformierung der Leistungserbringung im Gesundheitswesen und des Zugangs zu Gesundheitsleistungen;
  2. die Befähigung des Einzelnen, sich besser um seine eigene Gesundheit und sein eigenes Wohlbefinden zu kümmern;
  3. die Verbesserung der betrieblichen Effizienz und der Bedarfsgerechtigkeit des Gesundheitssystems;
  4. die Ermöglichung einer Umstellung auf integrierte, patientenorientierte Versorgungsmodelle und die Erleichterung der Verlagerung von der Behandlung hin zur Prävention; und
  5. die Anwendung von Technologien und Innovationen zur leichteren Verwirklichung zentraler Initiativen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Untermauert wird die Umsetzung dieser Schwerpunkte durch die Kernwerte der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region – Chancengleichheit, Solidarität und Universalismus –, unter dem Vorbehalt, dass diese auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der Gesundheitsleistungen in den Ländern gewahrt werden.

Das Symposium der WHO zur Zukunft der digitalen Gesundheitssysteme in der Europäischen Region orientiert sich an diesen fünf strategischen Schwerpunktbereichen.