Gesundheit und Wohlbefinden von zentraler Bedeutung für die Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung: Regionalforum für nachhaltige Entwicklung

Genf, 21.–22. März 2019

Am 21. und 22. März 2019 kommt in Genf das Regionalforum für nachhaltige Entwicklung der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) zusammen, um konzeptionelle Lösungsansätze, vorbildliche Praktiken und Herausforderungen in Verbindung mit der Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) auf Länderebene zu erörtern. Organisiert wird die Veranstaltung von der UNECE in enger Zusammenarbeit mit dem Regionalsystem der Vereinten Nationen, darunter auch das WHO-Regionalbüro für Europa.

Für die Veranstaltung haben sich mehr als 700 Teilnehmer aus 50 Ländern angemeldet, um die erzielten Fortschritte und die Verwirklichung der SDG u. a. im Hinblick auf Bildung (SDG 4), Arbeit (SDG 8), Chancengleichheit (SDG 10), Klimawandel (SDG 13) und Frieden (SDG 16) zu diskutieren. Gesundheit und Wohlbefinden sind eine wesentliche Voraussetzung, um diese Ziele erreichen zu können, und die Verwirklichung der Ziele wiederum trägt zu einer Verbesserung der Gesundheit bei, wie sich anhand der nachstehend aufgeführten Beispiele veranschaulichen lässt.

  • Bildung hat ein Leben lang positive Auswirkungen auf die Gesundheit, denn sie sorgt für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ein besseres Einkommen, bessere Lebensbedingungen, ein höheres Selbstvertrauen und höhere Kompetenz (einschließlich Gesundheitskompetenz). Kinder- und Erwachsenenbildung können sich darüber hinaus positiv auf die Lebenszufriedenheit, die psychische Gesundheit und gesundheitsförderliche Verhaltensweisen wie ein Rauchverzicht, ein aktiver Lebensstil, eine gesunde Ernährung und die Dauer der Stillzeit auswirken.
  • Gesundheit und Arbeit sind untrennbar miteinander verbunden. Menschen mit gesundheitlichen Problemen sind häufiger arbeitslos oder unterbeschäftigt, da eine schlechte Gesundheit ihre Arbeitsfähigkeit einschränkt. Wenn sie erwerbstätig sind, schränkt eine schlechte Gesundheit ihre Produktivität ein. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Arbeitsplatzverlustes, einer krankheitsbedingten Abwesenheit oder einer Frühverrentung.
  • Chancengerechtere Gesellschaften sind oftmals gesündere Gesellschaften. In Ländern mit einer höheren Einkommensungleichheit besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine geringere Lebenserwartung und eine höhere Säuglingssterblichkeit sowie eine höhere Prävalenz an psychischen Erkrankungen und Adipositas. Die gesundheitlichen Resultate und die Exposition gegenüber gesundheitsförderlichen Bedingungen folgen einem sozialen Gefälle: Dieses soziale Gefälle in Bezug auf Gesundheit und Lebenschancen erstreckt sich vom oberen bis zum unteren Ende des sozioökonomischen Spektrums, wobei die Ärmsten die schlechtesten gesundheitlichen Resultate aufweisen und mit den schlechtesten Rahmenbedingungen zu kämpfen haben. Diese Ungleichheiten bestehen im gesamten Lebensverlauf und werden von einer Generation an die nächste weitergegeben.
  • Der Klimawandel macht nicht vor Grenzen Halt. Er hat bereits verheerende Auswirkungen auf das Leben und die Gesundheit der Menschen. Er bedroht die wesentlichen Elemente einer guten Gesundheit – saubere Luft, sicheres Trinkwasser, die Versorgung mit nährstoffreichen Lebensmitteln und eine sichere Unterkunft – und wird Jahrzehnte des Fortschritts in der globalen Gesundheitspolitik untergraben. Wir können es uns nicht leisten, die Ergreifung von Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel weiter hinauszuzögern.
  • Gesundheit und Frieden sind untrennbar miteinander verbunden. Das eine kann man ohne das andere nicht erreichen. Schätzungen zufolge sind 60% der vermeidbaren Todesfälle bei Müttern, 53% der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren und 45% der Todesfälle bei Neugeborenen auf Umstände zurückzuführen, die durch Konflikt, Vertreibung und Naturkatastrophen gekennzeichnet sind. Immer mehr Menschen verlassen ihre Heimat aufgrund von Menschenrechtsverletzungen, Verfolgung und Krieg. Die Europäische Region der WHO ist mittlerweile die größte Region, in der Menschen aufgenommen wurden, die aus diesen Gründen migriert sind.

An der Veranstaltung nehmen auch Beschäftigte der WHO teil, insbesondere um die Themen gesundheitliche Chancengleichheit, Gesundheit und Klimawandel und Beschäftigung und Gesundheit zu erörtern. Die SDG werden immer mehr zu sichtbaren Triebkräften des Fortschritts. Die Veranstaltung ermöglicht einen regionsweiten Austausch über praktische und konkrete Maßnahmen, die einen Unterschied bewirken können.