Die Konferenz

Die von der Regierung von Slowenien ausgerichtete hochrangige Konferenz zum Thema gesundheitliche Chancengleichheit soll Erkenntnisse und Informationen zu den Lösungen liefern, die sich zugunsten des Abbaus gesundheitlicher Ungleichheiten und zur Beschleunigung der Fortschritte hin zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Wohlstand für alle in der Europäischen Region umsetzen lassen.

Die Konferenz wird dabei fünf wesentliche Voraussetzungen für ein gesundes Leben hervorheben und zeigen, wie sich durch deren Erfüllung das Leben der Zurückgelassenen und gleichzeitig das Wohlbefinden und der Wohlstand aller verbessern lässt. Die Konferenz soll veranschaulichen, wie sich durch eine Verlagerung von einem zersplitterten Vorgehen hin zu integrierten Lösungen und befähigenden Lösungsansätzen rasche und nachhaltige Verbesserungen bei der Gesundheit für alle erzielen lassen.

Darüber hinaus soll die Konferenz zeigen, wie die Länder echte Fortschritte beim Abbau von Defiziten in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden erzielen können, selbst innerhalb der Wahlzyklen von Regierungen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer systematischen Gewährleistung, dass soziale Werte wie Solidarität, Chancengleichheit und Inklusion bei finanz- und wachstumspolitischen Entscheidungen innerhalb von sowie zwischen Ländern als auch von länderübergreifenden Organen eine Rolle spielen.

Hintergrund

Die Forderung nach einem Engagement für gesundheitliche Chancengleichheit, die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern und das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit ist heute wichtiger denn je. In der gesamten Europäischen Region der WHO steigt die durchschnittliche Lebenserwartung und die Kindersterblichkeit ist rückläufig. Dennoch bestehen innerhalb der Länder gesundheitliche Ungleichgewichte fort.

Gesundheitliche Chancengleichheit ist ein grundlegender Wert von „Gesundheit 2020“, dem gesundheitspolitischen Rahmenkonzept der Europäischen Region, und spielt auch in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, in der die Länder eindringlich dazu aufgefordert werden, niemanden zurückzulassen, eine vorrangige Rolle. Darüber hinaus soll das Allgemeine Arbeitsprogramm der WHO für die nächsten fünf Jahre das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit für alle sowie die Verwirklichung der allgemeinen Gesundheitsversorgung gewährleisten.

Alle Länder in der Region bemühen sich verstärkt darum, die Determinanten von Gesundheit generell zu einem festen Bestandteil staatlicher Handlungskonzepte und Pläne zu machen, und zwar durch ressortübergreifende Arbeitsgruppen und Ausschüsse auf allen Ebenen, von der kommunalen bis zur nationalen. Veränderungen in der Politik, die sich auf die Determinanten von Gesundheit, wie Arbeit und soziale Absicherung, auswirken und oftmals als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise umgesetzt wurden, haben jedoch dazu geführt, dass mehr Menschen von Einkommens- und Beschäftigungsunsicherheit bedroht sind.

Trotz beunruhigender Trends zeigen Erkenntnisse des Sachstandsberichts über gesundheitliche Chancengleichheit (HESR), dass innerhalb von Ländern sich Unterschiede in Bezug auf die psychische Gesundheit, das Wohlbefinden und lebensbedrohliche Erkrankungen selbst kurzfristig (innerhalb von zwei bis sechs Jahren) durch angemessene universale Konzepte und die Einbeziehung von Bevölkerung und Zurückgelassenen reduzieren lassen.

In diesem Zusammenhang und angesichts dieser neuen Erkenntnisse bringt das WHO-Regionalbüro für Europa vom 11. bis 13. Juni 2019 in Ljubljana (Slowenien) Vertreter der Mitgliedstaaten, internationaler Organisationen und der Zivilgesellschaft zusammen, um Wege aufzuzeigen, wie sich die Fortschritte hin zu mehr gesundheitlicher Chancengleichheit beschleunigen lassen, und diese zu erörtern.