Webinar: Auf dem Weg zu einer besseren Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge und Migranten: die Rolle kultureller Mediatoren

Kopenhagen, 2. Juli 2019
13.00–14.00 Uhr MESZ

Migrationsströme sind ein prägendes Phänomen unserer Zeit. Die Zahl der Migranten und Flüchtlinge in der Europäischen Region der WHO steigt stetig. Grenzüberschreitende Migranten machen inzwischen 10% der Bevölkerung der Europäischen Region aus – insgesamt 90,7 Mio. Menschen. Dieser Anstieg der Zahl der Flüchtlinge und Migranten ging in manchen Ländern mit einem entsprechenden Anstieg der Zahl der kulturellen Mediatoren einher.

Kulturelle Mediatoren können zu einem Schlüssel für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen und Migranten werden. Sie können auf vielerlei Weise behilflich sein: durch Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten beim Zugang zum Gesundheitswesen und durch Hilfe für die Gesundheitsberufe zur Verbesserung ihres Verständnisses hinsichtlich der Bedürfnisse und Verhaltensweisen der betroffenen Menschen. Doch um das Potenzial der kulturellen Mediatoren voll auszuschöpfen, gilt es genau zu untersuchen, inwiefern die Länder sie bereits bei der Gesundheitsversorgung hinzuziehen. Wie werden kulturelle Mediatoren eingesetzt? Welche Aufgaben erfüllen kulturelle Mediatoren? Wie werden sie geschult? Und schließlich: was ist über die Auswirkungen der Arbeit kultureller Mediatoren auf Zugänglichkeit und Qualität der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen und Migranten bekannt?

Dieses Webinar stellt den Startschuss für einen vom Projekt „Kulturelle Kontexte von Gesundheit“ (CCH) des Health Evidence Network (HEN) ausgearbeiteten zusammenfassenden Bericht über kulturelle Mediatoren dar. In diesem Bericht wird die beste verfügbare Evidenz zu den Aufgaben interkultureller Mediatoren im Gesundheitswesen in der Europäischen Region und ihre Effektivität bei der Verbesserung von Zugänglichkeit und Qualität der Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge und Migranten zusammengefasst.

Das Podium des Webinars besteht aus Hans Verrept, dem Autor des bevorstehenden HEN-Berichts und Leiter des Referats Interkulturelle Mediation und konzeptionelle Unterstützung beim Föderalen Öffentlichen Dienst Volksgesundheit (FPS) in Belgien, Dr. Santino Severoni, dem Koordinator für Gesundheit und Migration beim WHO-Regionalbüro für Europa, und Adeline Degratet, Fachreferentin für interkulturelle Mediation bei Ärzte ohne Grenzen.