Webinar-Reihe Kultur und Gesundheit 2019 – „Steh deinen Mann“: Männlichkeitsnormen und die Inanspruchnahme von Angeboten im Bereich der psychischen Gesundheit

9. September 2019, UN-City, Kopenhagen, Dänemark

Angesichts eines weltweit wachsenden Bewusstseins für die Bedeutung der psychischen Gesundheit, ist die Notwendigkeit in den Mittelpunkt gerückt, die negative Wahrnehmung und Stigmatisierung von psychischen Problemen zu überwinden. Eine Gruppe, die damit augenscheinlich besondere Schwierigkeiten hat, sind Männer. Es ist allgemein bekannt, dass erheblich weniger Männer mit einer psychischen Störung diagnostiziert werden oder sich einer entsprechenden Behandlung unterziehen als Frauen. Die Suizidraten bei Männern sind in einigen Ländern dreimal höher als bei Frauen.

Warum diese Problematik im Bereich der psychischen Gesundheit von Männern besteht, ist eine Frage, die komplexe Antworten erfordert. Hierzu bedarf es eines besseren Verständnisses dafür, wie Männer mit ihrer Umgebung interagieren und warum sie (bzw. warum sie keine) Unterstützung in Anspruch nehmen, sowie für andere soziale und kulturell bedingte Faktoren, die sich auf gesundheitsförderliche Verhaltensweisen von Männern auswirken.

Ein Großteil der Forschung konzentriert sich dabei auf das Konzept der „Männlichkeit“ und die Notwendigkeit, dessen Auswirkung auf die Fähigkeit zu emotionaler Kommunikation, zur Inanspruchnahme von Leistungsangeboten und zu gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen in Frage zu stellen.

Was bedeutet es in verschiedenen Kontexten auf der ganzen Welt, ein Mann zu sein? Was bedeutet es, männlich zu sein? Wirken sich diese Konzepte auf die psychische Gesundheit von Männern aus, und wenn ja, inwiefern? Beeinflussen sie die zur Bewältigung dieses Problems verfolgten Ansätze? Kann ein tieferes Verständnis für die zum Tragen kommenden kulturell bedingten Faktoren Aufschluss über wirksamere Lösungen geben?

In Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines zusammenfassenden Berichts zur Gesundheitsevidenz über Männlichkeitsnormen und psychische Gesundheit in den nächsten Monaten organisiert das Team hinter dem Projekt zu den kulturellen Rahmenbedingungen von Gesundheit und Wohlbefinden ein Webinar, um das Bewusstsein für dieses komplexe Thema zu schärfen. Das Podium des Webinars besteht aus Brendan Gough (Professor für Sozialpsychologie an der Leeds Beckett University, Vereinigtes Königreich) und Isabel Yordi Aguirre (Leiterin des Programms Gleichstellungsfragen und Menschenrechte beim WHO-Regionalbüro für Europa).

Das Webinar wird im Live-Stream übertragen um: 13.00–14.00 UHR MESZ