Stärkung der ressortübergreifenden Zusammenarbeit maßgeblicher Akteure zur Prävention von Gewalt gegen Kinder in vorrangigen Ländern

WHO/Alex Serafini Swanepoel

Tallinn (Estland), 14.–15. Januar 2020

Gewalt gegen Kinder ist eine versteckte Form von Gewalt. Es gibt Belege dafür, dass ihre Prävalenz in der Europäischen Region der WHO unannehmbar hoch ist und von 9,6% bei sexuellem Missbrauch über 22,9% bei körperlicher Misshandlung bis zu 29,1% bei seelischem Missbrauch reicht. Dies deutet darauf hin, dass viele Millionen Kinder vor Vollendung des 18. Lebensjahrs Missbrauch ausgesetzt sind.

Angesichts dieses Handlungsbedarfs haben die nordischen und baltischen Länder die Prävention von Kindesmisshandlung zu einer zentralen Priorität gemacht. Ferner haben fünf Länder der Europäischen Region (Armenien, Georgien, Montenegro, Rumänien und Schweden) im Rahmen der Globalen Partnerschaft zur Beendigung von Gewalt gegen Kinder als wegweisende Länder auf diesem Gebiet eine Führungsrolle übernommen.

Der am 14. und 15. Januar 2020 in Tallinn stattfindende Workshop mit dem Titel „Stärkung der ressortübergreifenden Zusammenarbeit maßgeblicher Akteure zur Prävention von Gewalt gegen Kinder in vorrangigen Ländern“ soll dazu dienen, den weiteren Weg aufzuzeigen.

Im Rahmen ihrer Verpflichtung zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat die WHO die Prävention von Gewalt gegen Kinder in ihr Dreizehntes Allgemeines Arbeitsprogramm aufgenommen. Die WHO hat sich eine Reduzierung der Zahl der Kinder, die in den vergangenen zwölf Monaten Gewalt erlebt haben, um 20% zum Ziel gesetzt.

Auf dem vom WHO-Regionalbüro für Europa und vom estnischen Ministerium für Soziales gemeinsam ausgerichteten Workshop wollen Parlamentarier, nationale fachliche Ansprechpersonen und Vertreter der beteiligten Länder einen fruchtbaren Wissensaustausch vorantreiben.

Mit der Veranstaltung werden folgende Ziele angestrebt:

  • Verständnis der Belastung durch Gewalt gegen Kinder und der mit ihr verbundenen Risikofaktoren sowie des Nutzens von Investitionen in Kinder und den Lebensverlaufansatz;
  • Austausch der neuesten bewährten Praktiken sowie evidenzbasierter Informationen über die Prävention von Gewalt gegen Kinder;
  • Erörterung ressortübergreifender Aufgaben der Gesundheits-, Sozial-, Bildungs- und Justizpolitik im Rahmen eines gesamtstaatlichen Ansatzes zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder sowie der Frage ihrer Anwendbarkeit auf die beteiligten Länder;
  • Untersuchung der Rolle der Parlamentarier bei der Festlegung von Normen für die Beendigung von Gewalt gegen Kinder; und
  • Förderung der Weiterentwicklung und des Ausbaus von Netzwerken zur Stärkung der Präventionsarbeit.

Erwartete Ergebnisse

Der Workshop dient dazu, die institutionellen Kapazitäten für die Prävention von Gewalt gegen Kinder zu erweitern, das Verständnis der wichtigsten Fortschritte auf diesem Gebiet zu verbessern und die bestehenden Netzwerke zu stärken, um ein länderübergreifendes Lernen bei der konkreten Ausgestaltung von Präventionsprogrammen zu erleichtern.