Europa ist der Eliminierung der Masern und Röteln näher denn je – verbleibende Länder werden dringend aufgefordert nachzuziehen

Auskunft über Daten aus den Ländern erteilt:

Robb Butler
Programmleiter
Durch Impfung vermeidbare Krankheiten und Immunisierung
WHO-Regionalbüro für Europa
UN City, Marmorvej 51
2100 Kopenhagen Ø, Dänemark
Tel.: +45 4533 6635
E-mail: vaccine@euro.who.int

Weitere Auskünfte erteilen:

Cristiana Salvi
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Abteilung Übertragbare Krankheiten und Gesundheitssicherheit
WHO-Regionalbüro für Europa
UN City, Marmorvej 51
2100 Kopenhagen Ø, Dänemark
Tel.: +45 4533 6837
E-mail: csa@euro.who.int

Kopenhagen, 5. April 2016

In 32 Ländern der Europäischen Region ist eine Unterbrechung der Übertragung der endemischen Masern und/oder Röteln gelungen; so lautet das heute veröffentlichte Fazit der Verifizierungskommission der Europäischen Region für die Eliminierung der Masern und Röteln (RVC).

„Die Unterbrechung der Übertragung in mehr als der Hälfte der Länder der Europäischen Region zeigt, dass die Eliminierung der Masern und Röteln in der gesamten Region möglich ist und dass wir auf dem richtigen Weg zur Verwirklichung dieses Ziels sind. Die Dynamik dieses Erfolgs muss gewahrt und stabilisiert werden, und wir müssen dafür sorgen, dass die noch verbleibenden endemischen Länder bald nachziehen", erklärt Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. „Jegliche Untätigkeit wird zu einem gefährlichen Wiederauftreten dieser verhinderbaren Krankheiten und zu unnötigem Leiden und Sterben führen. Wir rufen alle politischen Entscheidungsträger in der Europäischen Region auf, gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Masern und Röteln ein für alle Mal eliminiert werden."

RVC überprüft Stand der Eliminierung der Masern und Röteln

Die unabhängige RVC beurteilt die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Eliminierung der Masern und Röteln, indem sie die epidemiologischen Daten sowie Daten aus der Laborüberwachung prüft, die von den Nationalen Verifizierungskommissionen der einzelnen Länder vorgelegt wurden, die inzwischen in 50 der 53 Mitgliedstaaten existieren.

Auf ihrer vierten Tagung im Oktober 2015 konnte die RVC zum ersten Male das Abschneiden jedes einzelnen Landes über einen Zeitraum von 36 Monaten bewerten. Nach dem Rahmen für den Prozess der Verifizierung in der Europäischen Region der WHO und den Schlussfolgerungen des Europäischen Beirats für Immunisierungsfragen kann die RVC in Ländern, die den Nachweis über eine Unterbrechung der endemischen Übertragung der Masern oder Röteln für die Dauer von mindestens 36 Monaten erbracht haben, offiziell eine Eliminierung der Krankheit in diesem Land feststellen.

Die RVC konnte mit Zufriedenheit feststellen, dass 2014 32 Länder die Übertragung der endemischen Masern bzw. Röteln erfolgreich unterbrochen hatten und dass im Zeitraum 2012–2014 21 Mitgliedstaaten auf ihrem Staatsgebiet die Masern und 20 die Röteln eliminiert haben. Die entscheidenden Voraussetzungen für diesen Erfolg waren eine hochwertige Surveillance zur Entdeckung von Fällen und zur Verfolgung von Übertragungsketten der Viren sowie eine sehr hohe Durchimpfung (≥ 95%) mit zwei Dosen Impfstoff gegen Masern und Röteln.

Forcierung der Anstrengungen zur Verwirklichung des Ziels

Die RVC lobte die Länder für die Erreichung dieser Ziele und gab Empfehlungen für Schützenhilfe an die weniger erfolgreichen Länder ab. Sie ermittelte Lücken in der Surveillance, bei den Impfquoten und in der jährlichen Berichterstattung und verdeutlichte, dass zur Verwirklichung des Eliminierungsziels in der gesamten Europäischen Region mehr Engagement und Unterstützung dringend notwendig sind.

Die Eliminierung der Masern und Röteln ist eine zentrale Zielsetzung des Europäischen Impfaktionsplans (2015–2020) und ein wichtiger Bestandteil der weltweiten Bemühungen um mehr Gesundheit und einen Abbau von Ungleichheiten (Ziele 3 und 10 für nachhaltige Entwicklung). Die RVC und die WHO bekennen sich zu dem Verifizierungsprozess und werden die nationalen Gesundheitsbehörden in der gesamten Europäischen Region auch weiterhin politisch, fachlich und durch Überzeugungsarbeit unterstützen, bis die Eliminierung der Masern und Röteln erreicht ist.