WHO bestätigt Eliminierung der Übertragung von HIV und Syphilis von der Mutter auf das Kind in Armenien, Belarus und der Republik Moldau

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Kopenhagen, Genf und Istanbul, 7. Juni 2016

Die Vereinten Nationen gratulieren Belarus zur Eliminierung der Übertragung von HIV und Syphilis von der Mutter auf das Kind sowie Armenien und der Republik Moldau zur Eliminierung dieses Übertragungswegs für HIV bzw. Syphilis. Während einer Zeremonie in New York wurden Urkunden für diese Eliminierungserfolge an die Gesundheitsminister dieser drei Länder aus der Europäischen Region verliehen, welche der Generalversammlung der Vereinten Nationen auf hoher Ebene zum Thema Aids beiwohnten.

„Die Kinder gesund zur Welt zu bringen, sichert ihnen den besten Start ins Leben. Es ist sehr ermutigend zu erleben, dass diese Länder die Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung für diese zwei Krankheiten unterbrechen konnten," sagte die WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan. „Dies ist ein enormer Erfolg und ein klares Signal für andere Länder, dass die Eliminierung möglich ist und dass die Welt auf dem Weg zu einer von Aids verschonten Generation ist." Die Beendigung der Aids-Epidemie ist auch ein zentrales Anliegen des Ziels für Gesundheit und Wohlbefinden aus der Agenda für nachhaltige Entwicklung.

„Jedes Kind, das Dank antiretroviraler Medikamente ohne HIV aufwächst, gibt Zeugnis von den Fortschritten, welche die Welt im Bereich der Mutter-Kind-Übertragung von HIV erzielt hat," sagte der Exekutivdirektor von UNAIDS, Michel Sidibé. „Wenn wir in New York auf hoher Ebene zum Thema Beendigung der Aids-Epidemie zusammenkommen, um die nächste, entscheidende Runde für Maßnahmen gegen HIV einzuläuten, werden die Erfolge dieser Länder die außergewöhnlichen Fortschritte verdeutlichen, die durch die schnelle Ausbreitung lebensrettender Medizin möglich sind."

Erfolge in Armenien, Belarus und Republik Moldau

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich in Armenien, Belarus und der Republik Moldau seit 2010 gemeinsam mit dem Gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) für die Eliminierung der Übertragung von HIV und Syphilis von der Mutter auf das Kind eingesetzt.

„Das ist ein großer Erfolg für diese Länder und ein Festtag für die Kinder und Familien. Wir erwarten, dass er viele weitere Länder in der Europäischen Region dazu bewegt, sich die Beendigung der Übertragung von HIV und Syphilis durch die Mutter auf das Kind bescheinigen zu lassen", fügte die WHO-Regionaldirektorin für Europa Dr. Zsuzsanna Jakab hinzu. „Nur durch einen wirklich allgemeinen Zugang zu Prävention, Therapie und Versorgung von HIV und Syphilis unter Wahrung aller individuellen Rechte wird sich die Epidemie unter Kindern besiegen lassen."

„Nach zwei Jahrzehnten intensiver Bemühungen haben wir nun in der Region den Beweis erbracht, dass es möglich ist, das Recht aller Kinder auf eine Geburt ohne HIV zu verwirklichen. Jetzt ist es wichtig, allen Kindern chancengleichen Zugang zu Angeboten zu geben, die es ihnen ermöglichen zu gedeihen und sich in einer sie stützenden familiären Umgebung zu entwickeln, zu denen ihre Mütter zählen, die sich um ihr Wohlergehen kümmern," sagte Marie-Pierre Poirier, UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien.

Je nach dem Stand der nationalen Arbeit können die Länder die Validierung der Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung für HIV, Syphilis oder beide gleichzeitig beantragen. Armenien, Belarus und die Republik Moldau haben sich bemüht, den allgemeinen kostenfreien Zugang zu vorgeburtlicher Versorgung, HIV- und Syphilistests für Schwangere und ihre Partner, Behandlung für positiv getestete Frauen, Früherkennung bei Neugeborenen und gratis Babynahrung sowie die Beteiligung der Gesellschaft zu sichern. Diese Angebote werden im Rahmen einer chancengleichen, zugänglichen und allgemeinen Gesundheitsversorgung erbracht, in denen Programme für die Gesundheit von Mutter und Kind mit denen für HIV und sexuell übertragene Infektionen eng verzahnt sind.

„Der bemerkenswerte Erfolg dieser Länder in der Eliminierung der Übertragung von HIV und Syphilis von der Mutter auf das Kind unterstreicht die Bedeutung belastbarer Angebote für die Gesundheit der Mütter, sagte der UNFPA-Exekutivdirektor Dr. Babatunde Osotemehin. „Nur das Angebot einer integrierten Behandlung von HIV und Syphilis für Schwangere im Rahmen eines auf Rechten basierenden, umfassenden Leistungspakets für sexuelle und reproduktive Gesundheit kann tatsächlich Mutter und Säugling am Leben erhalten und gedeihen lassen." Die Validierung wurde in den drei Ländern von der WHO in Zusammenarbeit mit UNAIDS, UNICEF und UNFPA durchgeführt.

Fortschritte der Europäischen Region im Abbau der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis

Der in den vergangenen Jahren beobachtete Rückgang der Zahlen der Neuinfektionen mit HIV und Syphilis bei der Geburt ist ein Erfolg der Europäischen Region im Kampf gegen HIV und sexuell übertragene Infektionen. Fast 1% der neu gemeldeten HIV-Infektionen waren 2014 in der Europäischen Region auf die Mutter-Kind-Übertragung zurückzuführen.

Die Sicherung des Zugangs zu antiretroviraler Therapie für schwangere HIV-Infizierte und ihre Kinder reduziert das Risiko einer Mutter-Kind-Übertragung von bis zu 45% auf 1 %. Bis zu 95% der HIV-infizierten Frauen erhalten in der Europäischen Region antiretrovirale Therapien - das ist weltweit die höchste Rate - und mehr als 70% der Kinder HIV-positiver Frauen werden innerhalb der ersten zwei Monate nach ihrer Geburt auf HIV getestet.

Reihenuntersuchungen und Behandlungen während der Schwangerschaft können die Übertragung von Syphilis von der Mutter auf das Kind und damit Fehlgeburten, Totgeburten oder Kindstod in 80% der Fälle verhindern. Über 60% der Länder in der Europäischen Region bieten Schwangeren Syphilis-Tests an und sämtliche Länder der Region bieten Syphilis-infizierten Schwangeren eine kostenlose Behandlung an.

Unterstützung der Länder in der Europäischen Region durch die WHO

Die WHO hat die Länder in der Europäischen Region bei der Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung unterstützt durch Empfehlungen zur Nutzung antiretroviraler Medikamente, zu den Validierungskriterien sowie zum Verfahren der Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis.

Zwei Konsultationen in der Region 2015 zur Überprüfung des Prozesses griffen fortbestehende Probleme auf und führten zu weiteren Empfehlungen, wie die Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis beschleunigt und zugleich validiert werden könne.

Durch ihren neuen Aktionsplan gegen HIV wird die WHO die Länder in der Europäischen Region weiter in ihren einschlägigen Bemühungen unterstützen, damit die Übertragung von HIV und Syphilis von der Mutter auf das Kind bis 2030 gänzlich eliminiert wird.