Anhaltende Ausbreitung der Masern in Europa fordert weitere Menschenleben

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Pressemitteilung

Kopenhagen, 11. Juli 2017

Die anhaltenden Masernausbrüche in der Europäischen Region der WHO haben in den vergangenen zwölf Monaten 35 Menschenleben gekostet. Der jüngste Todesfall betraf einen sechsjährigen Jungen in Italien, wo es seit Juni 2016 zu über 3300 Masernfällen – davon zwei mit tödlichem Ausgang – gekommen ist. Masernausbrüche wurden von den zuständigen nationalen Gesundheitsbehörden auch aus mehreren anderen Ländern gemeldet; diese hatten 31 Todesfälle in Rumänien sowie je einen Todesfall in Deutschland und in Portugal zur Folge.

„Jeder Todesfall und jede Behinderung aufgrund dieser impfpräventablen Krankheit ist eine Tragödie, die wir nicht hinnehmen dürfen“, erklärt Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. „Wir sind äußerst besorgt darüber, dass die Masern trotz der Verfügbarkeit eines sicheren, wirksamen und bezahlbaren Impfstoffs nach wie vor zu den führenden Todesursachen bei Kindern weltweit gehören, und Europa bildet hier leider keine Ausnahme. Unsere vorrangige Aufgabe besteht nun darin, in enger Abstimmung mit den zuständigen Gesundheitsbehörden in allen Ländern der Europäischen Region darauf hinzuarbeiten, die Ausbrüche wirksam zu bekämpfen und in allen Bevölkerungsschichten eine hohe Durchimpfung aufrechtzuerhalten.“

Die Europäische Region konnte in letzter Zeit auf dem Weg zur Eliminierung der Masern Fortschritte verzeichnen. Nach Angaben der Verifizierungskommission der Europäischen Region für die Eliminierung der Masern und Röteln, die auf gemeldeten Zahlen aus dem Jahr 2015 basieren, ist in insgesamt 37 Ländern eine Unterbrechung der endemischen Übertragung gelungen. Doch aufgrund einiger verbleibender Inseln mit niedriger Durchimpfung kann sich das hochgradig ansteckende Virus unter all jenen ausbreiten, die sich nicht impfen lassen wollen, keinen gleichberechtigten Zugang zu Impfungen haben oder infolge von Vorerkrankungen nicht durch die Impfungen geschützt sind.

Deshalb ergreifen inzwischen einige Länder Maßnahmen wie Schuleingangsuntersuchungen, um die Impfraten bei Routineimpfungen gegen Masern und andere Krankheiten zu erhöhen. Die WHO empfiehlt für jedes in Frage kommende Kind zwei Dosen Masernimpfstoff. Außerdem ermutigt sie Erwachsene, die über keinen vollen Impfschutz verfügen oder ihren Impfstatus nicht kennen, sich impfen zu lassen.

Auf den Aufruf der Regionaldirektorin zu intensiveren Anstrengungen hin hat Rumänien eine landesweite Kampagne mit erweiterten Routineimpfungen durchgeführt. Italien hat eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung von Masernausbrüchen durchgeführt, darunter die Meldung von Verdachtsfällen, die Rückverfolgung von Kontakten und die Bereitstellung von Postexpositionsprophylaxen und Impfmaßnahmen.

An einer Konsultation mit Vertretern der Gesundheitsbehörden der Regionen, des italienischen Instituts für Gesundheit (ISS) und der für Masern und Röteln zuständigen Labore, die am 21. Juni 2017 in Rom stattfand, waren Experten des WHO-Regionalbüros für Europa beteiligt. Zusammen einigten sie sich auf künftige Strategien zur Verbesserung der Durchimpfung unter Jugendlichen, Erwachsenen, anfälligen Bevölkerungsgruppen und Gesundheitsfachkräften. Zu den genannten Maßnahmen gehörten auch die Stärkung der Krankheitsüberwachung und der Öffentlichkeitsarbeit.