65 Städte verpflichten sich zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden als Triebkräften der städtischen Entwicklung: Zwei Drittel der Bevölkerung der Europäischen Region der WHO leben in städtischen Gebieten

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Pressemitteilung

Kopenhagen, 8. Februar 2018

Zu der vom WHO-Regionalbüro für Europa ausgerichteten Tagung der Bürgermeister, die am 12. und 13. Februar 2018 in der UN City in Kopenhagen stattfindet, werden 37 Bürgermeister und weitere 80 hochrangige Politiker, Berater und andere Vertreter der Zivilgesellschaft aus allen Teilen der Welt erwartet. Zusammen repräsentieren die Teilnehmer an dieser hochrangigen Tagung fast 125 Mio. Menschen von Paraguay bis zur Russischen Föderation.

Das Regionalbüro führt die Bürgermeister, Politiker und Sachverständigen im Rahmen des Gesunde-Städte-Netzwerks der Europäischen Region der WHO zusammen, um über Gesundheit, Politik und die Zukunft zu diskutieren. Die Teilnehmer werden vor allem der Frage nachgehen, wie die städtische Entwicklung durch Berücksichtigung von Gesundheit und Wohlbefinden ausgewogen und nachhaltig gestaltet werden kann. Zum Abschluss der Tagung sollen die Bürgermeister den Konsens der Kopenhagener Tagung der Bürgermeister annehmen und sich zu einer Reihe von Zielvorstellungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Städte der Zukunft verpflichten.

„Handeln beginnt auf der städtischen Ebene, und die Bürgermeister haben einzigartige Voraussetzungen dafür, Gesundheitspolitik mit anderen Politikbereichen wie Bildung, Städteplanung und Verkehr zusammenzubringen, die allesamt tief greifenden Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden haben“, erklärt Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, die die Tagung offiziell eröffnen wird. „Der Austausch mit Bürgermeistern auf solchen Veranstaltungen ist für das Regionalbüro ein innovativer Schritt, den wir gehen, weil wir der Meinung sind, dass er den Auftakt zu echten Fortschritten im Bereich der Gesundheit von Städten sein und uns dabei helfen wird, die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.“

Sisse Marie Welling, Bürgermeisterin für Gesundheit und Pflege bei der Stadt Kopenhagen, die die Bürgermeister bei der Eröffnung der Tagung begrüßen wird, erklärt: „Kopenhagen freut sich über die Gelegenheit, sich bei der Frage, wie wir unsere Bevölkerung glücklicher und gesünder machen können, von anderen Städten inspirieren zu lassen. Alle Bürgermeister wollen das Beste für ihre Bürger, und ich freue mich auf den Meinungs- und Erfahrungsaustausch mit meinen Amtskollegen.“

Umgestaltung von Städten für mehr Gesundheit

Zwei Drittel der Bevölkerung der Europäischen Region der WHO leben in städtischen Gebieten, die oft als ungesunde Lebensumfelder gelten, in denen ein hohes Maß an Umweltbelastung und sozialer Isolation herrscht. Der Trend der Urbanisierung wird sich fortsetzen, und die Planung dieser Ausdehnung städtischer Gebiete unter Berücksichtigung von Belangen der Gesundheit und des Wohlbefindens wird buchstäblich Menschenleben retten.

  • Insgesamt lassen sich 63% der globalen Mortalität auf nichtübertragbare Krankheiten zurückführen, und ein großer Teil dieser Todesfälle ist durch die bebaute städtische Umwelt bedingt. Zu den relevanten Risiken gehören Bewegungsmangel und Adipositas, aber auch Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen infolge verkehrsbedingter Luftverschmutzung in den Städten. Die Belastung der Raumluft erhöht die Gefahr von ischämischen Herzkrankheiten, Krebs und Asthma. So sterben jährlich insgesamt 1,4 Mio. Menschen in der Europäischen Region vorzeitig aufgrund von Umweltbelastungen, was etwa 15% der Gesamtzahl der Todesfälle pro Jahr entspricht. Bewegungsmangel ist jährlich für 1 Mio. Todesfälle in der Europäischen Region verantwortlich.
  • Auch lebt selbst in Ländern mit hohem Volkseinkommen noch jedes fünfte Kind in Armut, und jedes achte Kind in Ernährungsunsicherheit. Dies wird von zahlreichen Ländern durch soziale Transfers in Form von Sozialleistungen abgefedert. Sie werden häufig von den Kommunen gewährt und erbracht. In Ländern mit hohem Volkseinkommen können soziale Transferleistungen eine Senkung der Kinderarmut um bis zu 40% bewirken. Die beeindruckendsten Ergebnisse verzeichnen Finnland, Island und Norwegen, wo die Kinderarmut seit 2008 um bis zu zwei Drittel zurückgegangen ist.
  • Adipositas, die auch als eine Form der Mangelernährung definiert ist, befindet sich in fast allen Ländern der Europäischen Region der WHO bei Kindern auf dem Vormarsch. Denn jedes dritte elfjährige Kind in der Europäischen Region leidet unter Übergewicht oder Adipositas. Schulen, die oft den Kommunalbehörden unterstellt sind, beeinflussen in entscheidender Weise die Ernährung von Kindern: durch Schulmahlzeiten, Ernährungserziehung sowie die Begrenzung oder das Verbot von Werbung für energiereiche und nährstoffarme Lebensmittel und Getränke.
  • Insgesamt sterben in der Europäischen Region jährlich 92 492 Menschen im Straßenverkehr; die Hälfte davon sind Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer. Eine sinnvolle Städteplanung kann durch Maßnahmen wie bessere Fußgängerüberwege, getrennte Fahrradspuren und örtlich festgelegte Geschwindigkeitsbegrenzungen eine Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit bewirken.