WHO fordert dringend energischere Maßnahmen zur Reduzierung der Todesfälle aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten in der Europäischen Region um ein Drittel

Weitere Auskünfte erteilen:

Liuba Negru
Unterstützung für die Länder und Öffentlichkeitsarbeit
WHO-Regionalbüro für Europa
Tel.: +45 45 33 67 89
Mobiltel.: +45 20 45 92 74
E-mail: negruL@who.int

Tina Kiaer
Kommunikationsreferentin
WHO-Regionalbüro für Europa
Mobiltel.: +45 30 36 37 76
E-mail: kiaert@who.int

Pressemitteilung

Aschgabat (Turkmenistan), 9. April 2019

Die vielversprechendsten Handlungsoptionen der WHO (sog. „best buys“) – gezielte Interventionen zur Verringerung der Krankheitslast aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten – können entscheidend zur Erfüllung der Zielvorgabe 3.4 der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) beitragen, durch die sich die Regierungen zur Senkung der Frühsterblichkeit aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten um ein Drittel bis 2030 verpflichtet haben. Die Interventionen reichen von Konzepten zur Bewegungsförderung und zur Senkung des Tabak- und Alkoholkonsums über die Reduzierung des Salz- und Zuckergehalts bis zum vollständigen Verzicht auf Transfetten in Nahrungsmitteln. Die Maßnahmen, die die Länder zur Erfüllung dieser Vorgabe ergreifen können, werden das zentrale Thema der Hochrangigen Konferenz der Europäischen Region der WHO über nichtübertragbare Krankheiten sein, die am 9. und 10. April 2019 in Aschgabat (Turkmenistan) stattfindet.

„Nichtübertragbare Krankheiten sind die häufigste Todesursache in der Europäischen Region und stellen ein gewaltiges Hindernis für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung dar. Zwar ist Europa die einzige Region der WHO, in der die Zahl der vorzeitigen Todesfälle aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten derzeit schnell genug zurückgeht, um die Zielvorgabe zu erfüllen, doch weist unsere Region auch die weltweit höchsten Raten von Alkohol- und Tabakkonsum auf. Durch Umsetzung der vielversprechendsten Optionen der WHO könnten deutlich mehr Menschenleben gerettet werden. Diese wirksamen Konzepte liegen für die Länder bereit, aber ihre Umsetzung lässt leider sehr zu wünschen übrig“, erklärte Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa.

Nichtübertragbare Krankheiten – Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische obstruktive Lungenerkrankungen und Diabetes – sind für fast 90% aller Todesfälle und für 84% der Morbidität in der Europäischen Region verantwortlich und stellen eine zunehmende Belastung für das Wohlbefinden der Bevölkerung, für die Gesundheitssysteme und für die wirtschaftliche Entwicklung in der Europäischen Region insgesamt dar und verschärfen bestehende Ungleichgewichte. Diese Belastung steigt in den Ländern mit niedrigem und niedrigerem mittlerem Volkseinkommen weiter unverhältnismäßig stark an.

Schließung der Kluft zwischen Ost und West im Kampf gegen nichtübertragbare Krankheiten

„Die vielversprechendsten Optionen sind Maßnahmen, die nachweislich die Morbiditäts- und Mortalitätsraten aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten senken. Mittlerweile werden sie in der Europäischen Region verstärkt umgesetzt, aber es gibt noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Wir haben die Instrumente – jetzt ist es Zeit zu liefern. Durch Einführung dieser Interventionen können die Länder hoffen, die gesundheitliche Kluft innerhalb der Region zu schließen und die in SDG 3.4 enthaltene Zielvorgabe einer Reduzierung vorzeitiger Todesfälle um 33% bis 2030 zu erreichen“, sagte Dr. Bente Mikkelsen, Direktorin der Abteilung Nichtübertragbare Krankheiten und Gesundheitsförderung im gesamten Lebensverlauf.

Die Schließung der Kluft zwischen dem östlichen und dem westlichen Teil der Region in Bezug auf die Prävalenz nichtübertragbarer Krankheiten wird eine Reduzierung der vorzeitigen Mortalität insgesamt sowie einen Abbau der erheblichen Benachteiligungen auf diesem Gebiet bewirken. So tragen beispielsweise Männer im östlichen Teil der Europäischen Region ein zwei- bis dreimal höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Doch durch Umsetzung der vielversprechendsten Optionen können die Länder dieses Risiko drastisch verringern: durch Interventionen, die auf den Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Salz-, Zucker- und Fettgehalt sowie auf den Tabak- und Alkoholkonsum abzielen, aber auch durch Stärkung ihrer Gesundheitssysteme.