Bewertung der wirtschaftlichen Kosten ungesunder Ernährung und fehlender Bewegung: aktuelle Erkenntnisse und prospektive Forschung (2017)

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Christine Joy Candari, Jonathan Cylus und Ellen Nolte
2017, xv + 91 Seiten
ISBN 978 92 890 5042 5
30 CHF
Bestellnr.: 13400184

Ungesunde Ernährung und fehlende Bewegung führen zu einer Vielzahl chronischer Erkrankungen und Behinderungen und verursachen weltweit zwei Fünftel aller Todesfälle sowie ca. 30% der globalen Krankheitslast. Und doch wissen wir erstaunlich wenig über den wirtschaftlichen Schaden, den diese Risikofaktoren sowohl im Gesundheitswesen als auch in der Gesellschaft insgesamt anrichten.

Diese Studie stellt den aktuellen Erkenntnisstand zur wirtschaftlichen Belastung durch ungesunde Ernährung und fehlende Bewegung vor und beleuchtet:

  • abweichende Definitionen und ihre Bedeutung
  • die Komplexität einer Abschätzung der wirtschaftlichen Belastung
  • mögliche Wege zu einem besseren Verständnis der Kosten ungesunder Ernährung und fehlender Bewegung am Beispiel von Diabetes

Die Studie gelangt zu dem Schluss, dass ungesunde Ernährung und fehlende Bewegung zwar höhere Ausgaben für die Gesundheitsversorgung wahrscheinlich machen, dass die Prognosen aber sehr unterschiedlich ausfallen. Viele Studien unterschätzen den tatsächlichen wirtschaftlichen Schaden, weil sie nur die Kosten für das Gesundheitswesen berücksichtigen. Dabei könnten indirekte Schäden durch Produktivitätseinbußen das Zweifache der Kosten für die Gesundheitsversorgung und etwa 0,5% des Volkseinkommens ausmachen.

Die Studie erprobt auch die Machbarkeit eines von der Erkrankung ausgehenden Ansatzes zur Schätzung der Kosten ungesunder Ernährung und fehlender Bewegung in Europa und gelangt zu einer Projektion der wirtschaftlichen Gesamtbelastung in Höhe von 883 Millionen € im Jahr 2020 durch die Ausbildung neuer Fälle von Typ-2-Diabetes in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich aufgrund der beiden Risikofaktoren. Die tatsächlichen Kosten werden jedoch höher sein, denn ungesunde Ernährung und fehlende Bewegung sind mit vielen weiteren Erkrankungen ursächlich verknüpft.

Die Befunde dieser Studie sind ein Schritt zu einem besseren Verständnis der wirtschaftlichen Last, die mit zwei wichtigen Risikofaktoren verbunden sind, und können Politikgestalter dabei helfen, gesunde Ernährung und körperliche Betätigung wirksamer zu fördern.