
Sozioökonomische, umweltbedingte und verhaltensbezogene Faktoren begünstigen und beschleunigen im Zusammenwirken mit weltweiten Reise- und Migrationsströmen die Ausbreitung übertragbarer Krankheiten. Impfpräventable und lebensmittelbedingte Krankheiten, Zoonosen, nosokomiale Erkrankungen und übertragbare Krankheiten stellen eine erhebliche Bedrohung für die menschliche Gesundheit und manchmal sogar für die internationale Gesundheitssicherheit dar.
Das WHO-Regionalbüro für Europa arbeitet zusammen mit den Mitgliedstaaten sowie mit internationalen und bilateralen Organisationen darauf hin, den Ländern bei der Stärkung ihrer Programme zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten behilflich zu sein. Doch der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist in vielen Teilen der Region unzureichend. Die ärmeren Länder stehen heute unter einer „Doppelbelastung“: aufgrund der Defizite in ihren Gesundheitssystemen und der anhaltenden Präsenz übertragbarer Krankheiten. Zusammen mit den Regierungen entwickelt das Regionalbüro Normen und Standards, Leitlinien und gesundheitspolitische Instrumente, die den Ländern bei der Umsetzung wirksamer Programme zur Infektionsprävention und -bekämpfung sowie bei der Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Risikofaktoren helfen sollen. Auch wenn auf diesem Gebiet ohne Zweifel schon große Fortschritte erzielt worden sind, so stellen neu auftretende übertragbare Krankheiten doch immer wieder eine Herausforderung für die Gesundheit der Bevölkerung dar.