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Das landesweite Seminar zur Verbesserung der Prävention von Selbstverletzung und Gewalt bei Kindern, das am 14. November 2011 in Prag stattfand und an dem etwa 50 Vertreter maßgeblicher Interessengruppen teilnahmen, wurde vom tschechischen Gesundheitsminister Dr. Leos Heger und der Leiterin des Länderbüros der WHO, Dr. Alena Steflova, eröffnet.
Auf der Veranstaltung führte das Regionalbüro in die Thematik von Verletzungen und Gewalt unter Kindern ein. Demnach sterben in der Europäischen Region jährlich über 18 000 Kinder unter 15 Jahren an den Folgen von Verletzungen (16 000 durch Unfälle, 1000 durch Suizid und 800 infolge zwischenmenschlicher Gewalt). Auch wenn die Zahl der Todesfälle aufgrund von Gewalt und Suizid deutlich niedriger ist als die Zahl der Todesfälle infolge unfallbedingter Verletzungen, so ist die Prävalenz von Kindesmisshandlung doch hoch. Untersuchungen zufolge sind zwischen 10% und 25% der Kinder in der Europäischen Region in irgendeiner Form Misshandlungen ausgesetzt. Selbstverletzung ist nach Verkehrsunfällen und Ertrinken die dritthäufigste Todesursache bei Kindern in der Altersgruppe von 5 bis 15 Jahren. Die Verringerung von Verletzungen und Gewalt bei Kindern ist eine der zentralen Prioritäten des Regionalbüros.
Tschechische Experten präsentierten die Ergebnisse einer nationalen Untersuchung mit mehr als 1000 Jugendlichen, die die hohe Prävalenz von Selbstverletzung und deren Verbindung mit negativen Kindheitserlebnissen belegte. Anhand von Daten aus dem nationalen Verletzungsregister wurden die Herausforderungen erläutert, die Selbstschädigungen und Suizid für Krankenhäuser darstellen. Klinische Daten über Risiko- und Schutzfaktoren wurden von der kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung des Universitätskrankenhauses Motol, eines nationalen Referenz- und Fachzentrums für Verletzungsprävention, bereitgestellt.
Das Seminar ging mit einer Erklärung zu Ende, in der verbesserte Angebote zur Prävention von Selbstverletzung und Suizid bei Kindern und Jugendlichen sowie eine wirksamere Primärprävention durch stützende zwischenmenschliche Beziehungen und eine Vorbeugung gegen negative Erfahrungen im Kindesalter gefordert wurden.