emblem
Zurück zur Startseite des Regionalbüros

Russische Föderation

Austauschprogramm verdeutlicht Entwicklungen im Bereich der Straßenverkehrssicherheit in der Türkei und der Russischen Föderation

17-01-2012
Verkehrssicherheitsexperten beim Besuch der Direktion Verkehrskontrolle in Ankara. Foto: WHO/Natasha Konovalova

Während der ersten Phase des Projektes zur Straßenverkehrssicherheit in zehn Ländern (RS10) lag der Schwerpunkt auf Geschwindigkeitskontrollen und der Verwendung von Sicherheitsgurten. Auf einer Tagung vom 7. bis 9. Dezember 2011 in Ankara zogen Mitglieder der Projektteams aus der Türkei und der Russischen Föderation zusammen mit führenden Vertretern der Polizei und mit Experten für soziales Marketing, Verkehrsrecht und Verkehrssicherheit eine Zwischenbilanz der erreichten Fortschritte.

Die Teilnehmer erörterten auch Probleme bei der Durchführung von Maßnahmen und Möglichkeiten für deren Bewältigung. Vertreter der beiden Delegationen tauschten Erfahrungen mit der Umsetzung gesetzlicher Vorhaben, der Stärkung der Maßnahmen gegen die wichtigsten Risikofaktoren und der Durchführung von Medienkampagnen aus.

So wurde beispielsweise in den russischen Regionen Lipetsk und Ivanovo eine Aufklärungskampagne für die Öffentlichkeit durchgeführt, zu der Initiativen wie „Sicherheitsgurt für Papa“, „Väterchen Frost“ und die Aktion „Zwei Sch“ (dt. etwa: Zuckerbrot und Peitsche) gehörten. Danach stieg die Anschnallrate gegenüber dem vor der Kampagne gemessenen Ausgangswert signifikant an.

In der Türkei standen als Zielgruppe die Berufskraftfahrer im Vordergrund. Dabei erwiesen sich regelmäßige Schulungen, unter anderem mit Simulatoren, als äußerst wirksam für die Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr.

Im Rahmen des Austauschprogramms fand auch eine Besichtigung des hochmodernen Zentrums für Informationstechnologie bei der Direktion Verkehrssicherheit und Verkehrsüberwachung in Ankara statt. Mit Kameras an verschiedenen Stellen in allen Teilen des Stadtgebiets können die Betreiber das Geschehen auf den Straßen sowie in den Fußgängerbereichen verfolgen. Nach Angaben der türkischen Polizei ging die allgemeine Verbrechensrate in der Stadt innerhalb eines Jahres um 60% zurück.

In den nächsten beiden Jahren wird das RS10 als Schwerpunkte die Verbesserung der gesetzlichen und ordnungspolitischen Grundlagen von Initiativen für mehr Straßenverkehrssicherheit, die Stärkung der Rolle nichtstaatlicher Organisationen und die Zusammenarbeit mit bestimmten Zielgruppen anstreben.

Das Globale Programm für Straßenverkehrssicherheit (RS10)

Das RS10 ist weltweit in folgenden zehn Ländern im Gange: Ägypten, Brasilien, China, Indien, Kambodscha, Kenia, Mexiko, Russische Föderation, Türkei und Vietnam. In diesen Ländern führen sechs Partnerorganisationen zusammen mit staatlichen wie nichtstaatlichen Organisationen sowie mit finanzieller Unterstützung von Bloomberg Philanthropies eine Reihe von Maßnahmen durch bzw. koordinieren sie. Diese Partner sind die WHO, das EMBARQ (Zentrum für nachhaltigen Verkehr des Weltressourceninstituts), die Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health (Johns Hopkins University, Vereinigte Staaten), die Globale Fazilität für Straßenverkehrssicherheit bei der Weltbank, die Global Road Safety Partnership und die Association for Safe International Road Travel (Vereinigte Staaten).