
Photo: WHO
Minister und Vertreter der 53 Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO halten sich vom 12.–15. September 2011 zur einundsechzigsten Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa in Baku (Aserbaidschan) auf.
Die Tagung wird im Internet übertragen.
Im Vorfeld der Tagung unterrichteten Zsuzsanna Jakab, die WHO-Regionaldirektorin für Europa, und Elsevar Agayev, der stellvertretende Gesundheitsminister Aserbaidschans, auf einer Pressekonferenz am 9. September 2011 aserbaidschanische Journalisten von etwa 20 Nachrichtenagenturen. Frau Jakab skizzierte die wichtigsten auf der diesjährigen Tagung zur Erörterung stehenden Fragen – die neue europäische Gesundheitspolitik, „Gesundheit 2020“; Aktionspläne zu nichtübertragbaren Krankheiten, Alkohol, HIV/Aids, medikamentenresistenter Tuberkulose und Antibiotikaresistenz; die Reform der WHO, sektorübergreifende Maßnahmen für die Gesundheit, Stärkung von Gesundheitssystemen und Partnerschaften.
Minister und hochrangige Vertreter aus sechs Ländern – Kirgisistan, Kasachstan, Aserbaidschan, der Republik Moldau, Turkmenistan und Ukraine – trafen am Samstag mit WHO-Experten zusammen. Die Begegnung war eine Gelegenheit zu informellen Gesprächen und einem Erfahrungsaustausch zwischen Ländern, die in Bezug auf wichtige globale und regionale Themen wie die Reform der WHO, nichtübertragbare Krankheiten, die internationalen Gesundheitsvorschriften und HIV/Aids gemeinsame Interessen und Anliegen haben.
Die Teilnehmer berichteten über Entwicklungen und Erfahrungen auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit in ihren Ländern und führten positive Beispiele an, wie etwa
Die Minister verliehen ihrer Genugtuung über die Unterstützung Ausdruck, die sie auf nationaler wie regionaler Ebene von der WHO und von Frau Jakab erhalten, und stellten fest, dass die WHO für die Länder einen Mehrwert erbringt, indem sie Politikdefizite aufzeigt, Kapazität bildet und in der Lage ist, alle an Gesundheit interessierten Akteure an einem Tisch zusammenzubringen.
Gesundheitsminister und hochrangige Vertreter aus 12 der 18 Länder der Region mit hoher Tuberkuloseprävalenz kamen am Sonntag, den 11. September, zusammen, um darüber zu sprechen, was im Hinblick auf Lenkung, Finanzierung und Umsetzung bei der Prävention und Behandlung von medikamentenresistenter Tuberkulose geleistet worden ist und noch zu leisten ist. Michel D. Kazatchkine, der Exekutivdirektor des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, nahm ebenfalls an der Begegnung teil und erklärte sich entschlossen, gegen die multiresistente Tuberkulose (MDR-Tb) in der Europäischen Region vorzugehen. In der Europäischen Region macht MDR-Tb heute 24% aller Tuberkulosefälle aus.
Trotz aller Herausforderungen haben Länder mit hoher Tuberkuloseprävalenz nationale MDR-Tb-Programme eingeführt und sind sich bewusst, welche Wichtigkeit einer kostenlosen Diagnose und Behandlung zukommt, die auf besonders gefährdete Gruppen wie Personen, die Drogen injizieren, Obdachlose, Häftlinge, Sexarbeiter, HIV/Aids-Infizierte und in manchen Fällen Migranten abstellt. Der Konsolidierte Aktionsplan für die Prävention und Bekämpfung von multiresistenter und extensiv resistenter Tuberkulose in der Europäischen Region der WHO (2011–2015) wird auf der Sitzung des Regionalkomitees am Donnerstag (15. September) erörtert.
Vertreter von sieben NGO nahmen an einer vorbereitenden Unterrichtung teil, um über ihre Teilnahme an der Tagung des Regionalkomitees und die zur Behandlung stehende Tagesordnung zu sprechen. Das WHO-Regionalbüro für Europa wird für die nächstjährige Tagung eine Partnerschaftsstrategie entwickeln, und die NGO-Vertreter wurden aufgefordert, Ideen über die weitere Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Organisationen in die Arbeit der WHO vorzulegen und auszutauschen.
Der Ständige Ausschuss des Regionalkomitees tagte am Sonntag, den 11. September, um die vorläufige Tagesordnung und das vorläufige Programm des Regionalkomitees zu überprüfen und abschließende Vorbereitungen zu treffen. Außerdem informierte die Regionaldirektorin das Regionalkomitee über die getroffenen Maßnahmen zur Verhütung weiterer Überschwemmungen der Büroräumlichkeiten der WHO/Europa in Kopenhagen.
Bei einer ebenfalls am Sonntag abgehaltenen Sitzung sprachen das WHO-Regionalbüro für Europa und die zivilgesellschaftlichen Organisationen EPHA und ASPHER über eine Stärkung der Personalkapazität im Bereich der öffentlichen Gesundheit, mit dem Ziel, sich für Gesundheit in allen Politikbereichen einzusetzen.