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Über die Regionaldirektorin

Rückblick auf 2010 und Höhepunkte für 2011

31-01-2011
Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, und John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, tauschen unterzeichnete Exemplare der gemeinsamen Erklärung aus (Foto: WHO/D. Ternovoy)

Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, trat ihre fünfjährige Amtszeit vor genau einem Jahr, am 1. Februar 2010, an.

„Nun, da das Jahr 2011 voranschreitet und das erste Jahr meiner Amtszeit als WHO-Regionaldirektorin für Europa zu Ende geht, ist es an der Zeit, über einige der erreichten Erfolge wie auch über zukünftige Entwicklungen nachzudenken. 2010 war ein Jahr der Anpassung und des Wandels voller bemerkenswerter Erfolge, stand aber auch im Zeichen mehrerer schwerwiegender Krisen im Gesundheitsbereich.

Ich freue mich, dass wir jetzt über ein klares Mandat für die Entwicklung einer neuen Gesundheitspolitik für die Europäische Region verfügen, und das Regionalbüro bemüht sich um engere Beziehungen mit seinen Partnerorganisationen und Mitgliedstaaten. Neben unserer ehrgeizigen gesundheitspolitischen Agenda wird das kommende Jahr sicher weitere Herausforderungen bringen, denen ich mich gerne zusammen mit Ihnen stellen werde.“

Fünf Höhepunkte im Jahr 2011

 

Erste Tagung des Europäischen Forums für Gesundheitspolitik auf der Ebene hochrangiger Regierungsvertreter zur Erörterung der neuen europäischen Gesundheitspolitik „Gesundheit 2020“

9. März 2011
Auf einer Tagung in Andorra werden hochrangige Vertreter der 53 Mitgliedstaaten der WHO in der Europäischen Region (Staatssekretäre, Stellvertretende Minister, Generaldirektoren für Gesundheit, Leitende Medizinalbeamte) den Prozess zur Ausarbeitung des Konzeptes von „Gesundheit 2020“ in Gang bringen.

Tagung hoher Beamter der Europäischen Kommission und der WHO

24.–25. März 2011
Auf der Tagung werden die Partner über Synergieeffekte, Komplementarität und gemeinsame Maßnahmen in den kommenden beiden Jahren in den sechs Schlüsselbereichen diskutieren, die in der gemeinsamen Erklärung vom September 2010 genannt wurden; diese waren: Innovation und Gesundheit; Gesundheitssicherheit; öffentliche Gesundheitsinformationssysteme; Investitionen in die Gesundheit; Ungleichheiten im Gesundheitsbereich; und Zusammenarbeit in den Ländern. Als Ergebnis der Tagung sollen gemeinsame Fahrpläne vereinbart werden.

Antimikrobielle Resistenzen – Weltgesundheitstag 2011

7. April 2011
Antimikrobielle Resistenzen gefährden nicht nur die weitere Wirksamkeit vieler heute verwendeter Medikamente, sondern auch die Erreichung wesentlicher Fortschritte im Kampf gegen tödliche Infektionskrankheiten. Das WHO-Regionalbüro für Europa entwickelt gegenwärtig eine Strategie zur Bekämpfung antibakterieller Resistenzen und wird dazu am Weltgesundheitstag Leitlinien aus Sicht der Lebensmittelsicherheit veröffentlichen.

Europäische Impfwoche

23.–30. April 2011
Eine Reihe von Krankheitsausbrüchen in jüngster Zeit hat uns vor Augen geführt, dass impfpräventable Krankheiten vor Grenzen nicht Halt machen. Deshalb wurde der Schwerpunkt der Europäischen Impfwoche 2011 auf gemeinsame Lösungen gegen gemeinsame Bedrohungen gelegt.

61. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa

12.–15. September 2011
Im Jahr 2011 findet die Tagung des Regionalkomitees in Baku (Aserbaidschan) statt. Als Themen für die Tagesordnung dieser jährlich stattfindenden Tagung der Mitgliedstaaten der WHO in der Europäischen Region wurden u. a. vorgeschlagen: „Gesundheit 2020“ (die neue europäische Gesundheitspolitik); Aktionspläne gegen nichtübertragbare Krankheiten, Alkoholmissbrauch, Antibiotikaresistenz, multiresistente und extensiv resistente Tuberkulose (MDR- bzw. XDR-Tb) und HIV/Aids; und Strategien für die Zusammenarbeit des Regionalbüros mit den Mitgliedstaaten und mit Partnerorganisationen.

Fünf Meilensteine im Bereich der öffentlichen Gesundheit im Jahr 2010

 

Umwelt und Gesundheit: Länder der Europäischen Region verabschieden Erklärung von Parma und Dokument „Entschlossenheit zum Handeln“

12. März 2010
Die Erklärung und das Dokument „Entschlossenheit zum Handeln“ enthalten Richtmarken für die Regierungen im Hinblick auf die Bekämpfung der negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels sowie den Abbau der sozialen und geschlechtsbezogenen Ungleichheiten in Bezug auf Risikoexposition. Konkret vereinbarten die beteiligten Regierungen die Umsetzung nationaler Programme, deren Ziel darin besteht, durch Gewährleistung eines Zugangs zu einer sicheren Wasserver- und Abwasserentsorgung und durch Schaffung von Möglichkeiten zur Bewegung und zu gesunder Ernährung sowie durch Verbesserung der Luftqualität und Schaffung einer Umwelt ohne toxische Chemikalien bis 2020 Chancengleichheit für alle Kinder herzustellen.

Europäische Impfwoche: 47 Länder beteiligt

24. April – 1. Mai 2010
Angesichts der wachsenden Nachlässigkeit der Öffentlichkeit in der Europäischen Region in Bezug auf Impfungen machten 47 Länder im Frühjahr 2010 mit einer Vielzahl von Aktivitäten auf die Notwendigkeit von Impfmaßnahmen sowie der Aufrechterhaltung eines hohen Durchimpfungsgrades aufmerksam. Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt wurde auf Masern und Röteln gelegt.

Partner in der Gesundheitspolitik: WHO-Regionalbüro für Europa und Europäische Kommission unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung

13. September 2010
Ziel der Erklärung ist der Ausbau des Grundsatzdialogs und der fachlichen Zusammenarbeit in Gesundheitsfragen. In dem Dokument wird der Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen den Partnern in den nächsten fünf Jahren skizziert und werden die Entwicklung gemeinsamer Surveillance-, Warn- und Informationssysteme sowie eine Intensivierung der Zusammenarbeit auf Länderebene in Aussicht gestellt.

Entwicklung einer neuen europäischen Gesundheitspolitik

13. September 2010
Auf der 60. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa haben die Mitgliedstaaten und die beteiligten Partnerorganisationen dem Regionalbüro ein starkes und eindeutiges Mandat zur Ausarbeitung der neuen europäischen Gesundheitspolitik „Gesundheit 2020“ erteilt, deren Zielsetzung darin besteht, die Fortschritte bei der Verwirklichung des gesundheitlichen Potenzials der Europäischen Region bis zum Jahr 2020 zu beschleunigen. In diesen Prozess werden die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zur systematischen Erfassung gesundheitlicher Benachteiligungen in den 53 Ländern der Europäischen Region einfließen, und an der Ausarbeitung der Politik wird eine Vielzahl verschiedener Akteure beteiligt sein.

Psychische Gesundheit: Ein besseres Leben für Kinder mit geistigen Behinderungen

26. November 2010
Politiker aus den 53 Ländern der Europäischen Region der WHO haben mit Unterstützung von Betroffenen (self-advocates) eine Erklärung unterzeichnet, in der sie ihre Entschlossenheit bekräftigen, das Leben von Kindern und Jugendlichen mit geistigen Behinderungen durch Erweiterung ihres Zugangs zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung zu verbessern. Diese Kinder und ihre Familien sind auf eine wirksame und umfassende Versorgung durch kommunale Einrichtungen angewiesen.

Fünf gesundheitliche Krisensituationen im Jahr 2010

 

Vulkanausbruch auf Island

April
Während sich die Aschewolke über Europa ausbreitete, beriet das WHO-Regionalbüro für Europa die Mitgliedstaaten in Bezug auf Möglichkeiten für eine wirksame Bewältigung der Lage unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Gesundheit und stimmte sich dabei mit seinen Partnerorganisationen ab.

Polioausbruch in Zentralasien

Seit April
Als Tadschikistan einen drastischen Anstieg der Zahl der Fälle von akuter schlaffer Lähmung meldete und eine Untersuchung im Labor bestätigte, dass sie von dem Poliovirus verursacht wurden, entsandte das Regionalbüro ein Expertenteam in das Land, um den Ausbruch zu untersuchen. Seitdem war es den Ländern bei ihren Surveillance-Maßnahmen sowie bei Impfkampagnen auf nationaler und subnationaler Ebene behilflich.

Zivile Unruhen in Kirgisistan

Juni
Nach den Unruhen in Kirgisistan, bei denen über 400 000 Personen von ihren Wohnorten vertrieben wurden, und der nachfolgenden Flüchtlingskrise in Usbekistan hat das Regionalbüro die internationalen Gegenmaßnahmen im Gesundheitsbereich koordiniert und in beiden Ländern Nothilfemaßnahmen eingeleitet.

Giftschlammkatastrophe in Ungarn

Oktober
Ein Expertenteam der WHO besuchte Ungarn, um die von der Regierung durchgeführte Bewertung der potenziellen kurz- und langfristigen Gesundheitsfolgen der Schlammkatastrophe zu unterstützen, von der Anfang Oktober der Westteil des Landes betroffen war.

Überschwemmungen in den Ländern Südosteuropas

Dezember
Während des durch heftige Niederschläge verursachten schweren Hochwassers in mehreren Ländern (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien) beobachtete das Regionalbüro die Gesundheitslage ständig und bot seine Unterstützung an, insbesondere bei der Prävention längerfristiger Gesundheitsrisiken für benachteiligte Bevölkerungsgruppen.