Welttag der Patientensicherheit 2021: Jetzt handeln für eine sichere und respektvolle Geburt
WHO/Malin Bring
17. September 2021
Am 17. September wird WHO/Europa den Welttag der Patientensicherheit begehen, der unter dem Motto „Sichere Versorgung von Müttern und Neugeborenen“ steht. Damit sollen die beträchtlichen Risiken und Schäden unterstrichen werden, denen Frauen und Neugeborene ausgesetzt sind, wenn sie während der Geburt eine unsichere Versorgung erhalten.
Mit dem Motto der diesjährigen Kampagne – „Jetzt handeln für eine sichere und respektvolle Geburt“ – werden alle Beteiligten aufgerufen, die Maßnahmen zu beschleunigen, die zur Gewährleistung einer sicheren und respektvollen Entbindung notwendig sind. Die Sicherheit der Verfahren und die Qualität der Gesundheitseinrichtungen sind Bereiche, die trotz erheblicher Fortschritte in den vergangenen Jahren noch Nachholbedarf aufweisen.
Die COVID-19-Pandemie hat diese Situation weiter verschärft und aufgrund der Unterbrechung von Versorgungsketten, der mangelnden Zugänglichkeit von Gesundheitsangeboten für Frauen und des Mangels an gut geschultem Gesundheitspersonal zu einer starken Beeinträchtigung der gesundheitlichen Grundversorgung geführt.
Schon vor der Pandemie starben weltweit täglich etwa 810 Frauen und 6700 Neugeborene, wobei die meisten dieser Todesfälle zeitlich nahe der Entbindung lagen. Jährlich gibt es ca. 2 Mio. Totgeburten, davon über 40% während der Entbindung.
Die meisten Todesfälle sind vermeidbar
Die meisten dieser Todesfälle und Totgeburten ließen sich mit einer sicheren, hochwertigen Versorgung durch gut ausgebildetes Gesundheitspersonal in stützenden Umfeldern vermeiden.
Da bei der Versorgung von Müttern auch Aspekte der Gleichstellung und etwaige Gewalterfahrungen eine Rolle spielen, können die Erlebnisse von Frauen während der Geburt entweder ermächtigend wirken oder ihnen Schaden und emotionale Traumata zufügen.
Was Sie tun können
Die Verantwortung dafür, dass Mütter und Neugeborene eine sichere und hochwertige Versorgung erhalten, liegt bei den nationalen Gesundheitsbehörden, doch jeder und jede Einzelne kann hier einen Beitrag leisten. Und das können Sie tun:
- Sensibilisieren Sie Ihr Umfeld für die Thematik der Sicherheit von Müttern und Neugeborenen, insbesondere während der Entbindung.
- Appellieren Sie an die nationalen Gesundheitsbehörden, zusammen mit den maßgeblichen Akteuren wirksame und innovative Strategien zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen einzuführen.
- Organisieren Sie eine Fach- oder Werbeveranstaltung, um auf die Notwendigkeit von mehr Sicherheit für Mütter und Neugeborene aufmerksam zu machen.
- Setzen Sie sich bei kommunalen, regionalen oder nationalen Behörden dafür ein, symbolträchtige Denkmäler, Wahrzeichen oder öffentliche Orte in Orange zu beleuchten, um Ihre Unterstützung für Gesundheit und Sicherheit von Müttern und Neugeborenen zum Ausdruck zu bringen.
Beleuchtung eines Denkmals oder Wahrzeichens
Sorgen Sie zusammen mit Ihren kommunalen oder nationalen Behörden dafür, dass am 17. September ein bekanntes bauliches Denkmal oder Naturdenkmal oder ein bekannter öffentlicher Ort beleuchtet wird. Wenn die geplanten Veranstaltungen über den Tag selbst hinausgehen, können Sie evtl. während der gesamten Woche oder länger fortgesetzt werden.
Bei Gebäuden oder Denkmälern in Ihrer Stadt oder Gegend, die gewöhnlich beleuchtet sind, erkundigen Sie sich, ob es möglich ist, mehrere Gebäude oder Denkmäler in Orange zu beleuchten.
Schicken Sie Fotos „Ihrer“ beleuchteten Denkmäler an uns (patientsafety@who.int) und über Ihre Kanäle in den sozialen Medien (#PatientSafety und #WorldPatientSafetyDay).
Welttag der Patientensicherheit
Der Welttag der Patientensicherheit wurde 2019 von der 72. Weltgesundheitsversammlung mit der Resolution WHA72.6 über globale Maßnahmen für Patientensicherheit eingeführt. Er ist fest verankert in dem Grundsatz der Medizin – erstens nicht schaden.
Der Welttag der Patientensicherheit knüpft an eine Reihe erfolgreicher jährlicher Konferenzen auf Ministerebene über Patientensicherheit an, die in den Jahren 2016 und 2017 in London bzw. Bonn begannen. Die übergeordneten Ziele des Tages lauten: weltweit das Verständnis von Patientensicherheit zu verbessern; die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Sicherheit der Gesundheitsversorgung zu erhöhen; und weltweites Handeln zur Verhinderung bzw. Verringerung vermeidbarer Schäden in der Gesundheitsversorgung zu fördern. In jedem Jahr wird ein Thema ausgewählt, das einen vorrangigen Bereich beleuchten soll, der eine wesentliche Rolle für die Patientensicherheit und letztendlich die Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung spielt.



